Alina Atlantis verbildlicht auf gigantischer Leinwand Unternehmensmission

Verbindung von Kunst und Wirtschaft

Das 4 x 6,70 m große Gemälde von Alina Atlantis „Das Versprechen“ ist die bildliche Darstellung des Unternehmensleitsatzes „Wir messen es“ und hängt im Foyer der Testo AG in Titisee-Neustadt im Südwesten Deutschlands.

Das 4 x 6,70 m große Gemälde von Alina Atlantis „Das Versprechen“ ist die bildliche Darstellung des Unternehmensleitsatzes „Wir messen es“ und hängt im Foyer der Testo AG in Titisee-Neustadt im Südwesten Deutschlands.

Nachdem die Testo AG, Weltmarktführer im Bereich portabler und stationärer Messtechnik, im Jahr 2012 eine neue Unternehmensmission mit dem Leitsatz „Wir messen es“ gewählt hatte, entschied sich die Geschäftsführung, diese Kernbotschaft der Firmenkultur und -tätigkeit am neuen Standort in Titisee-Neustadt für Belegschaft und Besucher auch bildhaft begreifbar zu machen – in Form eines Gemäldes für das 10 m hohe Foyer. Zu diesem Zweck beauftragte das Unternehmen die renommierte Künstlerin Alina Atlantis aus Achern in Deutschlands Südwesten mit dem Entwurf und der Erstellung eines 4 x 6,70 m großen Bildes, das nun den Titel „Das Versprechen“ trägt. Das in leuchtenden Orangetönen – der Firmenfarbe der Testo AG – gehaltene Kunstwerk zeigt verschiedene Symbole rund um das Messen und die Arbeit von Testo und versinnbildlicht so eindrucksvoll das Selbstverständnis und die Vision des Unternehmens.

Alina Atlantis Foto: Peter Link

Alina Atlantis
Foto: Peter Link

„Wir hatten Alina Atlantis 2007 schon einmal den Auftrag erteilt, ein Bild für den Eingangsbereich an unserem Hauptsitz in Lenzkirch zu erstellen“, so Prof. Burkart Knospe, Vorstandsvorsitzender der Testo AG. Die Künstlerin sollte damals mit einigen Mitarbeitern persönliche Gespräche über das Unternehmen führen und ihre Eindrücke dann später in ein Bild umwandeln. „Dies ist ihr hervorragend gelungen. Nach wie vor hinterlässt das Bild ‚Der Siegerblick’ bei jedem, der das Gebäude zum ersten Mal besucht, großen Eindruck“, so Knospe weiter. „Nachdem wir so gute Erfahrungen mit der Künstlerin gemacht hatten, kamen wir auf sie zurück, als es um die bildliche Umsetzung unserer Unternehmensmission ging.“ Der Leitspruch „Wir messen es“ war zuvor in diversen Gremiensitzungen sowie im Rahmen von Diskussionen im Mitarbeiterportal entwickelt worden.

Intensive Recherche und Erarbeitung einer verständlichen Bildsprache

Bei ihrer Recherche zum Bild hielt die Künstlerin Relevantes sofort in Skizzen fest und wählte anschließend aus diesem Material geeignete Übersetzungen der Unternehmensmission aus.

Bei ihrer Recherche zum Bild hielt die Künstlerin Relevantes sofort in Skizzen fest und wählte anschließend aus diesem Material geeignete Übersetzungen der Unternehmensmission aus.

Alina Atlantis führte zunächst ein ausführliches Gespräch mit der Geschäftsführung, in dem die Vorstellungen des Unternehmens genauer abgeklärt wurden. „Für mich war am wichtigsten, dass auch dieses Bild eine Geschichte erzählen sollte, eine Geschichte, die mit der Testo zu tun hat und die nur auf sie passt“, betont Knospe. Anschließend setzte sich die Künstlerin eingehend mit Unternehmen, Mitarbeitern und Produkten auseinander: „Ich kannte das Unternehmen ja bereits vom Auftrag 2007 und habe dann noch über die Neuerungen der letzten Jahre recherchiert“, so Alina Atlantis. „Bereits beim Lesen mache ich nonstop Skizzen, halte Relevantes also sofort in bildlicher Form fest.“ Aus dem umfangreichen Skizzenmaterial wählte die Künstlerin dann geeignete Übersetzungen für die Unternehmensmission aus. Wichtig war dabei besonders, dass sich diese der allgemeinen Formsprache bedienten: „Es gibt so etwas wie eine allgemeingültige Bildsprache, die jeder versteht, beispielsweise das Symbol für Sonne. Selbst bei technischen Dingen funktioniert diese Sprache, auch wenn die Bilder hier etwas subtiler sind“, so Alina Atlantis. Für das Wort „Messen“ beispielsweise zeichnete die Künstlerin zwei Hände, die mit Zeigefinger und Daumen einem Rahmen bilden: „Das ist die alte Methode, etwas zu messen. Für die Messinstrumente habe ich das menschliche Auge gewählt – den genialsten Sensor, den wir kennen.“ Die Informationen, die gespeichert werden, stellt Alina Atlantis als digitales System aus Nullen und Einsen sowie als Feuerball in Form einer Sonne dar. „Die Sonne ist der größte uns bekannte Speicher der Galaxie“, erläutert sie. Weitere wichtige Motive des Kunstwerks sind die Umwelt (Baum), die Menschen (Figur), die Einsparung (zwei Hände, die wie ein Trichter zulaufen und sich verengen), Rohstoffe (die Symbole von Elementen wie Silber, Gold oder Wismut), die Zeit (Uhren), die Steigerung (Füße, die nach oben steigen) und der Schutz (zwei Hände, die von oben und unten einen Rahmen bilden). „Dies alles sind einzelne Teile. Bis hierhin ist alles gut nachvollziehbar“, so die Malerin. „Jetzt erst kommt der künstlerische Akt, das Zusammenfügen der Teile zu einem stimmigen Ganzen. Auch für mich selbst hat das noch immer etwas Magisches.“

Präsentation mehrerer Entwürfe vor Ort

Alina Atlantis fertigte mehrere großformatige Entwürfe als farbige Ölkreidearbeiten im Format 70 x 100 cm als Diskussionsgrundlage aus und präsentierte diese den Verantwortlichen von Testo.

Alina Atlantis fertigte mehrere großformatige Entwürfe als farbige Ölkreidearbeiten im Format 70 x 100 cm als Diskussionsgrundlage aus und präsentierte diese den Verantwortlichen von Testo.

Die Künstlerin fertigte unter Einsatz dieses Repertoires gleich mehrere großformatige Entwürfe als farbige Ölkreidearbeiten im Format 70 x 100 cm als Diskussionsgrundlage an und präsentierte diese den Verantwortlichen von Testo. „Nur so kann der Auftraggeber bei jedem Schritt entscheiden, ob es in die richtige Richtung geht und die Ausführung in seinem Sinne ist. Falls dies nicht so ist, bin ich in der Lage, sofort zu reagieren und aufgrund meiner Kenntnis des Unternehmens dem Kunden andere Wege anzubieten – bis es 100-prozentig für ihn passt.“ Die vorgestellten Bilder waren inhaltlich alle gleich, farblich und im Format jedoch unterschiedlich. Die vorherrschende Farbe war allerdings Orange, da das Logo von Testo ebenfalls orange ist. Die Entwürfe wurden zusätzlich digital auf der 10 m hohen Wand im Foyer des Unternehmens eingespielt, wo das Bild seinen Platz finden sollte. „Damit konnte eine Vorstellung vermittelt werden, wie das Format und die Farben wirken und wie das Endergebnis aussieht. Alles sollte so echt wie möglich sein“, erklärt die Künstlerin.

Um eine Vorstellung zu vermitteln, wie das Format und die Farben wirken, wurden die Entwürfe wurden auf der 10 m hohen Wand im Foyer des Unternehmens eingespielt, wo das Bild seinen Platz finden sollte.

Um eine Vorstellung zu vermitteln, wie das Format und die Farben wirken, wurden die Entwürfe wurden auf der 10 m hohen Wand im Foyer des Unternehmens eingespielt, wo das Bild seinen Platz finden sollte.

 

Der Siegerentwurf zeigt eine Figur aus verschiedenen Testo-Symbolen, die ein Auge, sechs Arme und drei Beine hat und auf den ersten Blick sofort sympathisch und kraftvoll wirkt. Von links: Alina Atlantis, Prof. Burkart Knospe.

Der Siegerentwurf zeigt eine Figur aus verschiedenen Testo-Symbolen, die ein Auge, sechs Arme und drei Beine hat und auf den ersten Blick sofort sympathisch und kraftvoll wirkt. Von links: Alina Atlantis, Prof. Burkart Knospe.

„Dass Alina Atlantis im Laufe der Konzeptausarbeitung gleich mehrere Entwürfe erstellt hat, hat es uns leicht gemacht, unseren eigenen Stil zu finden und gleichzeitig die künstlerische Umsetzung unserer Mission zu überprüfen und weiter zu entwickeln“, erklärt Vorstandsvorsitzender Knospe. So wurde während des Entscheidungsprozesses für das finale Motiv beispielsweise auch ein Entwurf mit verstärkten Blautönen ausprobiert. „Allerdings nur um festzustellen, dass es das Bild in seiner Gesamtaussage doch etwas verwässern würde.“

Entstehung des Gemäldes vor den Augen der Mitarbeiter

image016     image018                                         Der gewählte Entwurf zeigt eine Figur aus verschiedenen Testo-Symbolen, die ein Auge, sechs Arme und drei Beine hat und auf den ersten Blick sofort sympathisch und kraftvoll wirkt. Er wurde von Alina Atlantis anschließend auf einer Leinwand mit 4 x 6,70 m umgesetzt, eine Größe, die auch für die Künstlerin eine Herausforderung darstellte. „Bereits das Wässern und Spannen einer derartigen Riesenleinwand war nicht einfach. Gemalt habe ich direkt bei Testo im Foyer“, so Alina Atlantis. „Bei der Höhe des Bildes stand ich die meiste Zeit auf einer elektrischen Hebebühne und musste immer wieder heruntersteigen, um mit etwas Abstand auf das Gemälde schauen und einen Gesamteindruck erhalten zu können.“ Vor Ort war die Künstlerin insgesamt drei Wochen, mit einigen Tagen Unterbrechung, um die Öltempera-Farbe vor dem Auftragen der nächsten Schicht trocknen zu lassen. So konnten die Mitarbeiter direkt miterleben, wie an dem Bild gearbeitet wurde. „Bild und Künstlerin bin ich zum ersten Mal in der Entstehungsphase begegnet, Frau Atlantis hat das Gemälde quasi vor unseren Augen geschaffen“, bestätigt Viviane Schmid, Mitarbeiterin im Bereich Forschung und Entwicklung bei Testo in Titisee. „Viele Mitarbeiter sind stehengeblieben und haben das Gespräch mit mir gesucht, das war sehr wichtig“, so Alina Atlantis. „Es geht darum, während des Malens in einen Prozess einzutreten, in dem ich etwas ins Bild hineinmale, das von den Mitarbeitern kommt. Sie kennen die Firma schließlich am besten.“ „Viele Mitarbeiter sind stehengeblieben und haben das Gespräch mit mir gesucht, das war sehr wichtig“, so die Künstlerin, „es geht darum, während des Malens in einen Prozess zu treten, in dem ich etwas ins Bild hineinmale, das von den Mitarbeitern kommt. Sie kennen die Firma schließlich am besten.“

Positive Reaktionen auf farbintensives Großgemälde

Präsentiert wurde das fertige Gemälde bei einem Festakt anlässlich der Einweihung des neuen Firmenstandortes. Sowohl Geschäftsführung als auch Belegschaft und geladene Gäste, darunter der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der die Festrede hielt, waren vom Ergebnis begeistert. Von links: Prof. Dr. Burkart Knospe, Alina Atlantis, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg.

Präsentiert wurde das fertige Gemälde bei einem Festakt anlässlich der Einweihung des neuen Firmenstandortes. Sowohl Geschäftsführung als auch Belegschaft und geladene Gäste, darunter der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der die Festrede hielt, waren vom Ergebnis begeistert. Von links: Prof. Dr. Burkart Knospe, Alina Atlantis, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg.

Präsentiert wurde das fertige Gemälde „Das Versprechen“ bei einem Festakt anlässlich der Einweihung des neuen Firmenstandortes. Sowohl Geschäftsführung als auch Belegschaft und geladene Gäste, darunter der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der die Festrede hielt, waren vom Ergebnis begeistert. „Ich mag die warmen Farbtöne und auch, dass Frau Atlantis das Thema Messen und die verschiedenen Arbeitsbereiche der Testo so gut umgesetzt hat“, so Schmid. „Ich bin auch überzeugt, dass Kunst die Atmosphäre im Unternehmen positiv beeinflussen kann.“ Vielen Mitarbeitern gefielen besonders die leuchtenden Farben Orange, Rot und Gelb, die das Bild dominieren, sowie die kraftvolle und raumgreifende Darstellung. Auch Knospe sieht sich im Nachhinein weiter in der Entscheidung, die Künstlerin zu beauftragen, bestätigt: „Ich glaube, ihre große Stärke liegt darin, dass sie es schafft, den Geist einer Organisation, also das, was die Menschen in der Organisation verbindet, herauszufinden und danach wirklich im Bild umzusetzen. In diesem Punkt kommen Kunst und Wirtschaft aufs Trefflichste zusammen“, so der Vorstandsvorsitzende. „Gute Künstler verstehen es, den Kern der Dinge zu erkennen, ihn herauszuarbeiten und für andere, auch Außenstehende, darzustellen.“ Diesen Kern stelle die Kultur der Organisation dar – egal, ob es sich um Unternehmen, Vereine oder eine Universität handelt. „Sie besteht aus weit mehr als dem Denken und den Wertvorstellungen der einzelnen Mitglieder oder Mitarbeiter.“ Vielmehr beeinflusse sie – fast wie ein eigenständiger Organismus – deren Denken und Empfinden. „Diesen Kern der Kultur zu erkennen und ihn künstlerisch auf den Punkt zu bringen, ist eine der besonderen Gaben von Alina Atlantis, die sie meiner Ansicht nach dafür prädestiniert, symbolische, sinngebende Kunstwerke für Unternehmen zu konzipieren“, erklärt Knospe. „Wir können uns eine weitere Zusammenarbeit mit der Künstlerin in der Zukunft sicherlich vorstellen.“

Die Testo AG mit Hauptsitz in Lenzkirch im Hochschwarzwald ist Weltmarktführer im Bereich portabler und stationärer Messtechnik. Weltweit erforschen, entwickeln und produzieren rund 2475 Mitarbeiter für das High-Tech-Unternehmen innovative Messlösungen zum Beispiel in den Bereichen Klima, Gesundheit, Lebensmittelqualität, Gebäudetechnik und Emissionskontrolle. 2013 erzielte die Testo AG einen Umsatz von 235 Millionen Euro. Grundlage für diesen Erfolg ist neben den hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern auch der überdurchschnittliche Aufwand für eine zukunftsorientierte Entwicklung: Rund 10 Prozent des jährlichen Konzern-Umsatzes weltweit werden in Forschung und Entwicklung investiert. Das Unternehmen wurde 2013 von der Unternehmensberatung „Munich Strategy Group“ und der Tageszeitung „Die Welt“ ins TOP 100-Ranking des Mittelstands aufgenommen sowie von der Wirtschaftswoche unter die Top 100 der besten deutschen Mittelständler gewählt. Testo AG, D 79853 Lenzkirch, www.testo.de
Alina Atlantis ist in Cottbus geboren und verlebte ihre Kindheit in der Uckermark. Nach dem Umzug der Familie nach Berlin wurde sie ins Förderprogramm für Hochbegabte aufgenommen. Mit 14 Jahren absolvierte sie ihre künstlerische Grundausbildung im Haus der Jungen Talente Ost-Berlin. Zwei Jahre später wurde sie zum Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin zugelassen und bestand im Alter von 17 Jahren die Aufnahmeprüfung zum Malereistudium an der Ostberliner Kunsthochschule. Aufgrund von Westkontakten wurde ihr die Zulassung dort jedoch verweigert. Nach der Maueröffnung studierte sie zunächst Politikwissenschaften an der TU Berlin, danach Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Kunst und Design Halle Burg Giebichenstein. Die krassen Widersprüche in der sozialistischen DDR haben die Künstlerin für das Thema Dualitäten sensibilisiert. Alina Atlantis‘ gesamtes künstlerisches Schaffen basiert auf ihrer Anti-Dualismus-Theorie, die besagt, dass Dualismus nur im Denken existiert, nicht im Leben.

Das Werk 2002 entstand die Werkserie „Das Ende des Dualismus“, 2008 „Vorausdenken – Geldregen“ und 2010 die Werkserie „Europa“. Alina Atlantis hatte bereits unzählige Ausstellungen im In- und Ausland in Galerien und öffentlichen sowie privaten Institutionen, darunter: 2005: „Schnee von morgen“ (KFU AG, Lahr/Reichenbach) und „Die 1. Dimension – Die Politik des Denkens“ (Baden-Badener Energiegespräche, Baden-Baden) 2006: „Love Is The Message“ (Galerie Storkower Bogen, Berlin) 2007: „The Anti-Dualism“ (Eton Gallery, Peking) 2008: „Sexy Women” (Galerie Reißig, Berlin) Darüber hinaus hält die Künstlerin Vorträge, moderiert und veranstaltet Performances im öffentlichen Rahmen. Alina Atlantis, D 77855 Achern, www.alina-atlantis.com Quelle: Bernhard Jörger Unternehmensberatung; Text: Alina Atlantis, Bilder: Alina Atlantis – sofern nicht anders angegeben.

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